Seniorenanlass - Mittwoch, 15. Oktober 2014

Mitten aus den Wirren der Ägyptischen Revolution

Der Historiker Dr. Jürg Stüssi wurde zufällig Zeitzeuge des Beginns der Ägyptischen Revolution. Er ordnete die Vorgänge in den historischen Kontext ein, verfolgte die Geschehnisse von der Schweiz und bei weiteren Ägypten-Reisen aus weiter und erzählte am Seniorenanlass der Offiziersgesellschaft Langenthal u.U. durch ein lebendiges und persönlich gefärbtes Referat, was in Ägypten alles passiert ist.

So unspektakulär der Titel des diesjährigen Seniorenanlasses klang, wer am Mittwoch Abend im Bären nicht dabei sein konnte, hat viel verpasst. Nach einer kurzen Vorstellung durch den OG-Präsidenten legte Dr. Jürg Stüssi, ein Historiker durch und durch, los. Aus einem Kartonmäppli holte er laufend neue und einzigartige Bilder auf Folien hervor, projizierte diese via Hellraumprojektor auf die Leinwand und erzählte in lebendiger Sprache die Geschichte der Ägyptischen Revolution. Mit hohem Tempo wechselte er zwischen persönlichen Fotos, internationalen und ägyptischen Zeitungsausschnitten hin und her, übersetzte spontan aus den Zeitungen aller Sprachen und schrie mitten in seinen feurigen Erzählungen den arabischen Revolutionsruf in den Saal um den Zuhörenden deutlich zu machen, wie das schallte in den Strassen von Kairo im Januar 2011. Der Chef der Militär-Bibliothek am Guisanplatz war nämlich damals zufällig mit seiner Frau in Ägypten und wurde Zeitzeuge des Beginns der Ägyptischen Revolution. Und so nahm er die rund 30 anwesenden Mitglieder der Offiziersgesellschaft mit auf die Reise durch die Revolutionsgeschehnisse, untermauert nicht nur mit einzigartigen Fotos seiner Frau und erworbenen Gegenständen, wie Kopfbänder und gestrickten Handytaschen in den Flaggen-Farben, sondern auch noch mit vielen persönlichen Erzählungen von der Reise und aus Gesprächen mit der örtlichen Bevölkerung. Auch die vielen Machtwechsel seit dem Sturz von Mubarak ergänzte Jürg Stüssi zusätzlich mit seinen vertieften Kenntnissen der Mentalität der ägyptischen Bevölkerung.

Trotz scheinbar unerschöpflichem Fundus an interessanten Folien wechselte Stüssi gekonnt zwischen Folien und Themen, merkte, dass die Zeit knappt wird für alle Bilder, wechselte mitten in den Erzählungen - kaum bemerkbar - einige Folien auf den anderen Stapel und beendete sein Referat pünktlich um 18 Uhr thematisch bei der aktuellen Situation und einigen offenen Zukunftsfragen. Auch in der anschliessenden Fragerunde sprudelte zu jeder der zahlreichen Fragen wieder ein kleines historisches Feuerwerk aus dem Munde des Historikers, so dass alle Fragenden bereichernde Antworten erhielten. Traditionell gibt es am Seniorenanlass nach dem Referat einen Apéro und ein gemeinsames Nachtessen mit dem Referenten. Wer wollte, konnte also noch den ganzen Abend Fragen stellen und vom grossen Wissen des anwesenden Experten profitieren. Da und dort wurde aber an den Tischen das Thema gewechselt, Persönliches ausgetauscht, politisiert und, wie es sich an einem OG-Anlass gehört, die Kameradschaft bestens gepflegt. 

 

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